Mittwoch, 17. Oktober 2007

Tag 7 – Freitag, 10.08.07

Erst einmal die letzte Englisch-Stunde hinter mich gebracht. Wir hören hier in NZ immer wieder „sweet ass!“, was uns am Anfang doch ziemlich irritiert hat (You know what I mean? ;-) )! Dann haben wir erfahren, dass es „sweet as!“ heißt (wird aber genau so gesprochen, also swiit ääs; „sweet ass“ wird swiit aas gesprochen) und so viel heißt wie „well done!“. Egal. Englisch-Unterricht ist ja vorbei. Und was jetzt? Richtig: Rafting! //
Heute waren wir rafting (auf deutsch „raften“? Kein Ahnung). Wenn ich mich richtig erinnere waren wir 2 Stunden auf dem Fluss. Während die Landschaft mit steilen Hängen und zahllosen Wasserfällen das Flussbett begrenzte, sorgten die vielen Stromschnellen (so eine Art Mini-Wasserfall, ich kenn den richtigen Namen dafür nicht) dafür, dass uns nie langweilig wurde. Das Wasser war nicht besonders warm, da hier ja Winter ist, was uns aber nicht davon abhalten konnte in einen der ruhigeren Abschnitte (so genannte swimming pools) reinzuspringen. Als sich unsere Fahrt dem Ende näherte, verschwanden allmählich die Hänge zu unseren Seiten und wir kamen noch an einigen Anglern vorbei. Anschließend konnten wir uns noch in einer heißen Quelle aufwärmen. //

Wieder im Motel geht es auch schon kurz danach weiter in eine Karaoke-Bar zur Abschiedsfeier (morgen brechen wir in alle Himmelsrichtungen auf und verteilen uns über das Land, dann starten die Projekte). Diese Karaoke-Bar war dann eher eine Art Restaurant als eine Bar, dafür hatten wir es aber für uns alleine. Getränke gab es kostenlos. An die Rückfahrt kann ich mich auch nicht mehr erinnern. Soll aber alles ganz toll gewesen sein ^^.


Tag 6 – Donnerstag, 09.08.07

Moin moin! Der Tag begann wieder mit der obligatorischen Englisch-Stunde. Später ging es dann in die Stadt „Taupo“, wo wir Zeit zum Shoppen (besonders Max musste einiges holen), für Bankgeschäfte und für Internetcafes hatten. Da ich in ein paar Tagen aber eh in mein Projekt komme, wo ich umsonst ins Internet kann, hab ich mir lieber die Stadt angeguckt und mir mit Tim, Sven und Sebastian ne Kiste Bier gekauft. Obwohl uns gesagt wurde, dass wir mit unserem Perso oder Führerschein einkaufen könnten, wollten die Verkäufer unseren Reisepass sehen, den wir natürlich nicht dabei hatten (selbst eine Kopie davon wurde nicht akzeptiert). Wir haben dann kurz eine unserer Begleiterinnen angerufen und ihr davon erzählt. Ihre Reaktion: >Wait a minute. I’ll be there.< Später haben wir uns dann mit dem Bier zu viert vor dem Fernseher n schönen Abend auf unserem Zimmer gemacht. – Die Kiwis legen sich schon um 20:00Uhr(!) schlafen. Hier ist zwar gerade Winter, was bedeutet, dass es hier auch gerade recht früh dunkel wird, aber die gehen wohl auch im Sommer so früh in die Heia.

Tag 5 – Mittwoch, 08.08.07

Kia ora! Das ist Maori und heißt so viel wie >Hallo<>Tschüß<. Ist also so etwas ähnliches wie Aloa. Der Tag begann mit einem gemütlichen Frühstück und einer kleinen English-Lesson wie in der 5. Klasse. Hab trotzdem noch ein paar Sachen gelernt die ich nicht wusste… . // Danach sind wir mit dem Bus in ein anderes Environmental Project gefahren, in dem später auch zwei von uns Freiwilligen arbeiten werden, um dort dann ein bisschen um den Bergsee, durch den Wald zu wandern und ein bisschen was über die Arbeit der örtlichen Naturschützer zu erfahren. Der Wald hat dann mit seinen großen Bäumen und dem Moos und den Wurzeln überall ein bisschen an Jurassic Park erinnert. // Zurück in unserem Motel lernen wir ein bisschen Maori-Sprache. Der Abend füllt sich dann mit Billard, Franzosen-Spielen, Nachtschwimmen und einem persönlichen Gespräch über unser zukünftiges Projekt.

Tag 3 – Montag, 06.08.07

Nachdem wir unsere Koffer nach einem ausgiebigem Frühstück mit den Maori (die sich übrigens wesentlich gesünder ernähren als der Rest der Kiwis) wieder im Anhänger verstaut haben, verlassen wir das Marae und machen uns auf den Weg zu einem Environmental Project. Die Fahrt lang sieht man eine bildschöne Landschaft die an eine schottische Hügellandschaft erinnert. Ab und zu stehen ein paar einsame Schafe auf den recht steilen Hügel-Hängen. Als wir uns dem Projekt nähern, beginnt sich die Landschaft schlagartig zu wandeln. Die Hügel sind plötzlich mit allerlei Urwald-Gewächs überzogen. Diese Gegend hier wird Gideons Field genannt.// Am anderen Ende dieses Mini-Regenwaldes angekommen wird uns ein bisschen was über die Geschichte und die Funktion des Projekts erzählt. Anscheinend kommen hier immer irgendwelche Ländergruppen her und pflanzen dann einen Baum. - Was musste ein Mann im Leben noch getan haben? Ein Haus bauen, Kinder in die Welt setzen und einen Baum pflanzen? Dann kann ich ja jetzt schon einmal was abhaken. Großartig. – Nachdem wir dann also einen Frauenbaum und einen Männerbaum vergraben haben, sind wir dann einem kleinen Pfad entlang eines Flusses gefolgt, bis wir flussaufwärts dann einen berauschenden Wasserfall erreichten. Ich weiß jetzt nicht mehr genau wer das war (glaube mal es war Benni), der meinte, dass es von diesen Bilderbuch-Wasserfällen wohl eh nur 1-2 geben wird - Is zum Glück nicht so. Man findet solche Sachen hier überall. Dieser Wasserfall ist nicht annähernd einer der berühmten und trotzdem schon eine Sache für sich. Kamera hatte ich natürlich nicht dabei. Aber ich hab wieder mit anderer Leute Kameras fotografiert, so dass ich euch trotzdem mit schönen Impressionen verwöhnen kann. Höhepunkt des Moments: In diesem Halb-Regenwald am Wasserfall konnte man im Hintergrund sehen, wie mitten im Dschungel eine Herde Kühe herumlatscht (Da ist es wieder – unser europäisches Element). // Später am Tag haben wir dann alle Handys bekommen, mit denen wir uns gegenseitig umsonst anrufen können. Obwohl wir sonst nichts mit den Handys machen konnten (sms verschicken oder andere anrufen) können wir angerufen werden/sms empfangen. Das tolle war, dass noch nicht alle Handys für alles gesperrt waren. Ich hatte dann also noch kurz die Gelegenheit zuhause anzurufen. //

Der nächste Programmpunkt für heute war das Jet-Boot-fahren. Es begann ziemlich enttäuschend in einem lang gezogenen Tümpel zwischen ein paar Weiden. Doch nach ein, zwei Ecken wandelte sich die Landschaft abermals in diese irre Dschungel-Gegend. Die Geschwindigkeit und die Spins, die das Boot zwischendurch machte trugen ihr übriges dazu bei die Spritztour zu einem Erlebnis zu machen. //



Am Abend fuhren wir dann nach Rotorua (jopp, in der Stadt ist auch mein Projekt), wo wir auf einer groß angelegten Touriveranstaltung, genannt Mitai, so genanntes „Ground cooked food“ (auf maori „Hangi“) zu uns nahmen. Bis das Essen fertig war, gab es eine Zurschaustellung einiger Maori-Traditionen. Die Maori waren alle sehr jung und schnell wurde vielen von uns klar, dass dies eine reine Tourishow ist um Geld zu machen. Mit Traditionen hatten diese Leute wirklich gar nichts am Hut. Da realisierten dann viele erst, was wir da wirklich hatten, als wir zur offiziellen Begrüßung in Neuseeland ins Marae eingeladen wurden. // [23:30] Übermüdet und kaputt kommen wir dann endlich in dem Motel an, in dem wir die Seminar-Zeit verbringen werden. Jeweils zu zweit ein Zimmer, Badezimmer ist drinnen und das geilste: Das Motel ist um eine heiße Quelle umzugebaut, sodass in der Mitte eine Pool steht in dem immer (sehr) warmes Wasser ist. Nicht so geil: während der Fahrt heute muss sich irgendwo der Gepäckwagen geöffnet haben. Max (der Typ, der mit mir in meinem Projekt ist) und eines der Mädchen, Annette, haben ihr komplettes Gepäck verloren. Max hatte zum Glück die ganzen Elektrogeräte bei sich im Bus, aber sämtliche Klamotten usw. sind futsch. Doof.


Tag 4 – Dienstag, 07.08.07

Das Frühstück verpennt geht es gleich los mit einer ziemlich ausführlichen Einführung in die Kiwi-Kultur und ihre Geschichte. Dann sollten wir noch unsere Erwartungen an das Jahr auf einen lebensgroßen Umriss unserer selbst niederschreiben, damit wir das dann nach einem Jahr vergleichen können. Olivier, der Chef vom deutschen ICJA hatte angeordnet, dass die deutschen in das Army Museum von NZ fahren müssen. Toll. Da wurde uns bösen Deutschen dann erzählt, dass Krieg ganz doll doof ist. Naja, jedenfalls war die Landschaft auf der Fahrt ziemlich cool. So ein Zwischending zwischen Steppe und Wüste. Und dann erst die Rückfahrt. Selbe Strecke, andere Farbe. Alles war weiß. Es hat geschneit. Und weil wir das so toll fanden hat der Busfahrer auch für uns angehalten damit wir im Schnee spielen konnten. Wie alt waren wir noch gleich^^? Und was macht man danach? Jepp, man nimmt ein heißes Bad. Nur dass wir dieses in der heißen Quelle des Hotels unter freiem Himmel genommen haben. Man, ihr hättet dabei sein müssen! In Neuseeland gibt es viele dieser heißen Quellen in denen man baden kann. Ich hab dann noch mit ein paar Leuten bei einem Bierchen Billard gespielt. Wir haben den Abend dann noch mit einem Spieleabend im Zimmer der Franzosen ausklingen lassen.

Tag 2 - Sonntag, 05.08.07

Am nächsten Morgen bin ich dann wieder fit. Beim Rausgehen fällt mir auf, dass einem alles in diesem Land stets ein bisschen vertraut vorkommt. Nur stimmet immer irgendwas nicht. Überall findet man diese europäischen Elemente. Ich pack alles zusammen, da wir die nächste Nacht an einem ganz besonderen Ort verbringen werden. Das Frühstück ist so fürchterlich fettig wie erwartet – das heißt: nein, so fettig hab ich es mir nicht vorgestellt. Wüstchen, Eier, Speck, Toast usw. Gestern hatte ich einen tollen, stylischen Rucksack und das Seminar-Programm (das sich natürlich ausnahmslos niemand durchlas) bekommen. Als dieses Programm dann startete stellte sich schnell heraus, dass wir das Seminar über Vollzeittouristen sind. Es ging zum Mount Maunganui. Ein kleiner Berg, um den wir herum wanderten. Was man da gesehen hat war einfach nicht in Worte zu fassen. Die Bilder werden es leider auch kaum so imposant wieder geben können. – An dieser Stelle fragt ihr euch natürlich >Bilder?<. Und die Frage ist berechtigt! Natürlich hab ich meine Digicam im Koffer gelassen. Aber ich werde mir die Bilder von den anderen holen, mit deren Kamera ich dann fotografiert habe. – Lasst euch einfach gesagt sein: Die Gegend war großartig! Jedes Mal, wenn man um eine Ecke bog wurde es noch ein Stück besser. Allein dafür hat sich der Trip schon gelohnt. // Später geht’s dann nach einer kurzen Einweisung in den Maori Verhaltenskodex zu einer besonderen Begrüßung in einem Marae. – Die Maori sind die neuseeländischen Ureinwohner. Des, der Chef vom Supa Travel Exrepess, der im Auftrag vom ICYE unser Programm gestaltet hat, ist übrigens auch einer. Das Marae ist ein besonderes und heiliges Versammlungshaus. – Diese Begrüßung wird für Touristen nicht durchgeführt und ist, so wurde uns gesagt, ein besonderes Privileg, das die Exchangees genießen können. Die Begrüßung geschah auf eine traditionelle Art, wie die Stämme sich untereinander begrüßten und es noch heute tun. Wir mussten vorher eine Art Häuptling ernennen (normalerweise begrüßen sich so halt zwei Stämme), der sich dann mit den Dorfältesten (Häuptling, Redeführer usw.) unterhält und so unser Gespräch mit den Maori einleitet. Die Nacht über haben wir dann direkt in dem Marae geschlafen.


Tag 1 in Neuseeland – Samstag, 04.08.07

Die Hinfahrt (wohin auch immer) war bereits großartig. Nachdem wir die Flache Landschaft von Auckland hinter uns gelassen haben, schlängelt sich die Straße durch die hügelige Gegend entlang eines rauschenden Baches/Flusses, wie man ihn sich in einem amerikanischen Reservoir vorstellt. Selbstverständlich habe ich die Kamera sicher in einem der Koffer verstaut, um nicht unnötig Speicherplatz mit Bildern von der wundervollen, paradiesischen Landschaft zu verschwenden. So kann der Digicam nichts passieren und die Akkus werden auch geschont. Und weil ich das so großartig finde meine Kamera so behutsam im Koffer zu schonen, entscheide ich mich natürlich auch in den nächsten Tagen bei absolut jedem tollen Naturereignis sie dort zu lassen! Bilder von spektakulären Erlebnissen werden heutzutage ja so überbewertet! // Da ich im Flugzeug nicht viel geschlafen hab gönn ich mir dann im Auto zwischendurch mal ne Mütze Schlaf. Bei einem Zwischenstopp erfahr ich dann, dass man in NZ kein Trinkgeld gibt. // Irgendwann kommen wir dann in Tauranga an in einem Büro, das sich der ICYE (meine Austausch Organisation) und der Supa Travel Express teilen. Ich lern die ersten der insgesamt 28 internationalen Exchangees aus 10 unterschiedlichen Ländern kennen und hab Gelegenheit die erste und vorerst auch einzige E-Mail zu schreiben. // Bin tot müde und lass mich zum Backpacker fahren, wo ich mich (inzwischen ist es 17:00Uhr) auch gleich schlafen lege. Zwischendurch wach ich auf und sehe, wie einige vertraute Gesichter, deutsche FSJ’ler, gerade angekommen sich gleich in mein Zimmer mit einnisten. Das Abendbrot verschlaf ich.
Der Backpacker