Nachdem wir unsere Koffer nach einem ausgiebigem Frühstück mit den Maori (die sich übrigens wesentlich gesünder ernähren als der Rest der Kiwis) wieder im Anhänger verstaut haben, verlassen wir das Marae und machen uns auf den Weg zu einem Environmental Project. Die Fahrt lang sieht man eine bildschöne Landschaft die an eine schottische Hügellandschaft erinnert. Ab und zu stehen ein paar einsame Schafe auf den recht steilen Hügel-Hängen. Als wir uns dem Projekt nähern, beginnt sich die Landschaft schlagartig zu wandeln. Die Hügel sind plötzlich mit allerlei Urwald-Gewächs überzogen. Diese Gegend hier wird Gideons Field genannt.//

Am anderen Ende dieses Mini-Regenwaldes angekommen wird uns ein bisschen was über die Geschichte und die Funktion des Projekts erzählt. Anscheinend kommen hier immer irgendwelche Ländergruppen her und pflanzen dann einen Baum. - Was musste ein Mann im Leben noch getan haben? Ein Haus bauen, Kinder in die Welt setzen und einen Baum pflanzen? Dann kann ich ja jetzt schon einmal was abhaken. Großartig. – Nachdem wir dann also einen Frauenbaum und einen Männerbaum vergraben haben, sind wir dann einem kleinen Pfad entlang eines Flusses gefolgt, bis wir flussaufwärts dann einen berauschenden Wasserfall erreichten. Ich weiß jetzt nicht mehr genau wer das war (glaube mal es war Benni), der meinte, dass es von diesen Bilderbuch-Wasserfällen wohl eh nur 1-2 geben wird - Is zum Glück nicht so. Man findet solche Sachen hier überall. Dieser Wasserfall ist nicht annähernd einer der berühmten und trotzdem schon eine Sache für sich. Kamera hatte ich natürlich nicht dabei. Aber ich hab wieder mit anderer Leute Kameras fotografiert, so dass ich euch trotzdem mit schönen Impressionen verwöhnen kann. Höhepunkt des Moments: In diesem Halb-Regenwald am Wasserfall konnte man im Hintergrund sehen, wie mitten im Dschungel eine Herde Kühe herumlatscht (Da ist es wieder – unser europäisches Element). // Später am Tag haben wir dann alle Handys bekommen, mit denen wir uns gegenseitig umsonst anrufen können. Obwohl wir sonst nichts mit den Handys machen konnten (sms verschicken oder andere anrufen) können wir angerufen werden/sms empfangen. Das tolle war, dass noch nicht alle Handys für alles gesperrt waren. Ich hatte dann also noch kurz die Gelegenheit zuhause anzurufen. //


Der nächste Programmpunkt für heute war das Jet-Boot-fahren.

Es begann ziemlich enttäuschend in einem lang gezogenen Tümpel zwischen ein paar Weiden. Doch nach ein, zwei Ecken wandelte sich die Landschaft abermals in diese irre Dschungel-Gegend. Die Geschwindigkeit und die Spins, die das Boot zwischendurch machte trugen ihr übriges dazu bei die Spritztour zu einem Erlebnis zu machen. //

Am Abend fuhren wir dann nach Rotorua (jopp, in der Stadt ist auch mein Projekt), wo wir auf einer groß angelegten Touriveranstaltung, genannt Mitai, so genanntes „Ground cooked food“ (auf maori „Hangi“) zu uns nahmen. Bis das Essen fertig war, gab es eine Zurschaustellung einiger Maori-Traditionen. Die Maori waren alle sehr jung und schnell wurde vielen von uns klar, dass dies eine reine Tourishow ist um Geld zu machen. Mit Traditionen hatten diese Leute wirklich gar nichts am Hut. Da realisierten dann viele erst, was wir da wirklich hatten, als wir zur offiziellen Begrüßung in Neuseeland ins Marae eingeladen wurden. // [23:30] Übermüdet und kaputt kommen wir dann endlich in dem Motel an, in dem wir die Seminar-Zeit verbringen werden. Jeweils zu zweit ein Zimmer, Badezimmer ist drinnen und das geilste: Das Motel ist um eine heiße Quelle umzugebaut, sodass in der Mitte eine Pool steht in dem immer (sehr) warmes Wasser ist. Nicht so geil: während der Fahrt heute muss sich irgendwo der Gepäckwagen geöffnet haben. Max (der Typ, der mit mir in meinem Projekt ist) und eines der Mädchen, Annette, haben ihr komplettes Gepäck verloren. Max hatte zum Glück die ganzen Elektrogeräte bei sich im Bus, aber sämtliche Klamotten usw. sind futsch. Doof.